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Aufbau – Ausbau – Stabilisierung

Das Jahr hat gar nicht mehr so viele Wochen, vor allem, wenn man an die vielen Themen denkt, die wir vorantreiben und teilweise auch neu starten wollen. Das soll uns aber nicht schrecken, weil wir kontinuierlich auf- und ausbauen wollen und für alle Teilprojekte Wege finden wollen, um zu einer dauerhaft stabilen Situation zu kommen. All die Dynamik, die wir glücklicherweise entwickeln können, soll am Ende nachhaltige Strukturen schaffen.

In unserer Berufsschule, dem Adilang Vocational Training Institute, sind einige der Pläne, über die wir im Sommer berichtet hatten, nun in der Umsetzung oder sogar schon fertig. Am weitesten gediehen ist der kleine Kiosk, der den täglichen Bedarf von Schülerinnen und Schülern, sowie dem Lehrpersonal decken und der Schule nebenbei auch noch zu ein paar Einnahmen verhelfen soll. Das Gebäude an der Einfahrt ist fertig gestellt und …

… wurde seiner Bestimmung übergeben.

Nun kann eingekauft werden.

Auch das Futterlager mit integrierten Büro bei den Stallungen ist inzwischen fast fertig. Es wurde als Erweiterung des Geflügelhauses realisiert – auf dem Photo der linke Teil.

Eine großzügige Einzelspende hat uns nicht nur die Errichtung dieser beiden Gebäude ermöglicht, sondern gleichzeitig die Ergänzung der Ausstattung im Computerraum mit fünf zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Im IT-Raum zeigt sich mit dieser Erweiterung deutlich, dass die gegenwärtige Stromversorgung nicht ausreicht. Gut, dass Abhilfe in Form eines umfassenden Ausbaus der Photovoltaik-Anlage bereits unterwegs ist.

Hierfür wurde der Bau eines Gebäudes für die Stromverteilung begonnen, das vor der Installation der erweiterten Photovoltaik-Anlage stehen muss. Hier warten die Verantwortlichen gerade auf einige technische Vorgaben, bevor weitergebaut wird. 

Die Lieferung der Komponenten für die PV-Anlage, die wie überall auf der Welt vor allem aus China kommen, verzögert sich gerade etwas, sodass wir derzeit auf eine Fertigstellung frühestens bis Ostern nächsten Jahres hoffen können.

In der Schulfarm konnten wir mit großer Freude vernehmen, dass die Hühner angefangen haben, Eier zu legen. 

Bei fast zweihundert Hühner können wir hier einiges erwarten und die Studentinnen und Studenten haben schon fleißig Lege- und Brutboxen für die Hühner gebaut. 

Dies ist ein kleines, aber beispielhaftes Stückchen Nachhaltigkeit! Und da sich auch bei den Ziegen und Schweinen Nachwuchs ankündigt, wird sich der Weg fortsetzen.

Ein Thema ganz anderer Art ist die Kosten- und Erlösplanung der Berufsschule. Hier haben wir es, wie es aussieht, geschafft, den Principal Charles (unten im Bild rechts) und den Administrator Tonny in einer Form einzubinden, dass sie die Verantwortung für die Balance von Kosten und Erlösen wahrnehmen. Eine von ihnen vorgelegte Planung für den Rest des Jahres ist ein gutes Ergebnis und, wenn sich dies fortsetzt, kann sich dies im Nachhinein als sehr wichtiger Fortschritt erweisen.

Ein wirklich großer Schritt ist die Zulassung unserer Berufsschule für UVTAB-Prüfungen, also für Prüfungen im Rahmen der zweijährigen, formalen Ausbildung. Bisher mussten unsere Studenten hierfür nach Kalongo gebracht und dort für einige Tage untergebracht werden, nun können die Prüfungen auf unserem Schulgelände stattfinden und mehr noch, andere Schulen, die keine Zulassung haben, können nun ihre Prüflinge hierher bringen, was unserer Schule Einnahmen bringt. Wir sind sehr froh, dass die entsprechende Überprüfung der Schule durch das UVTAB-Kommitee erfolgreich verlaufen ist.

Bei unserer landwirtschaftlichen Kooperative wird derzeit alles überschattet von den Einbußen bei den Erträgen der ersten Pflanzsaison, die mit 85 – 90 % zu Buche schlagen. Dies beeinträchtigt auch alle geplanten Abläufe. Beispielsweise konnten nicht alle Farmer Mais für die zentrale Vermarktung abgeben, weil sie Nahrung für die eigenen Familie brauchen – auch ansonsten ist kaum etwas gewachsen – oder in der Not waren, Geld für Schulgebühren oder Medikamente erlösen zu müssen. 

Dies ist nachvollziehbar und so müssen wir uns darauf konzentrieren, die veränderten Bedingungen in der Planung zu berücksichtigen, insbesondere bezüglich der Auswirkungen auf 2027. 

Ungeachtet dessen geht der Maisanbau in die zweite Runde und, auch wenn die Niederschläge anfangs eher dürftig waren, sollte das Ergebnis dieses Mal erheblich besser ausfallen. 

Im geplanten AFC-Betriebshof wurde der Brunnen, den Global H2O für uns hat bohren lassen, nun offiziell vom Bohrtrupp an die Verantwortlichen vor Ort übergeben. Dies ist auch für viele Familien vor Ort ein unverhoffter Zugang zu sauberem Wasser, der ihr Leben ungemein erleichtert.

Es wird hier nun gleich weiter gehen, weil uns die ETWA (European Third World Association), eine Hilfsorganisation von Mitarbeitern des Europäischen Patentamts, eine 75%ige Förderung einer solarbetriebenen Pumpe und eines Wasserturms für den Brunnen überwiesen hat. Damit kann die Umsetzung zügig beginnen und das ganze Gelände mit Wasser versorgt werden.

Mit Spannung erwarten wir nun die Entscheidung der Schmitz-Stiftungen, ob wir auch für die geplante Lagerhalle Förderung bekommen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass der Bauplan für den Betriebshof nun genehmigt wurde, was nach einigen Wochen des Wartens eine Nachricht war, über die wir sehr froh waren.

In unserer Schneiderei ist gerade eine kleine Durststrecke zu überwinden, weil durch die langanhaltende Dürre, die natürlich nicht nur unsere landwirtschaftliche Kooperative schwer getroffen hat, kein Geld für neue Kleidung verfügbar ist. Das bedeutet, dass es nahezu keinen Umsatz gibt, außer ein paar Reparaturen, die kaum etwas einbringen. Hinzu kommt, dass eine der Schneiderinnen krankheitsbedingt ausgeschieden ist, sodass die Schneiderei derzeit nur von zwei jungen Frauen betrieben wird.

Sehr erfreulich ist, dass Anleitungen, die von Heike als Vorschlag geschickt werden, aufgenommen werden, um die Fertigkeiten auszuweiten und sich auf die Zeit mit steigendem Umsatz vorzubereiten. Beispiele hierfür sind eine kleine Umhängetasche …

… oder eine Kinderhose, die aus einem alten Herrenhemd gefertigt ist.

Nun warten alle auf das Weihnachtsgeschäft, das erfahrungsgemäß viel Arbeit für die Schneiderinnen bringt, und unsere Projektkoordinatoren Dorothy ist dabei, zusätzliche Absatzkanäle zu eröffnen.

Für den Kindergarten in Lamwon soll nun Schritt für Schritt umgesetzt werden, was wir bei unserem Aufenthalt im Sommer besprochen haben, um sowohl die Anzahl der teilnehmenden Kinder zu steigern als auch die finanzielle Situation auf stabile Beine zu stellen. Ein Baustein hierfür ist ein Betriebskonzept, in dem die verschiedenen Rollen und Verantwortlichkeiten definiert und grundlegende Strukturen beschrieben werden. Wer Interesse hat, kann gerne mal in das Konzept reinschauen.

Mit großer Freude haben wir eine große Spende entgegengenommen, die uns erlauben wird, in Nam einen weiteren Kindergarten zu bauen und in Betrieb zu nehmen. Ein Brunnen wurde dort schon gebohrt, initiiert von unseren Freunden des Eine-Welt-Kreis Zell in Österreich.

Für die Unterrichtsgebäude gibt es auch schon einen konkreten Plan.

Hinzu kommen werden auch gleich noch ein Sanitärgebäude, ein kleines Gebäude zum Kochen, sowie eine Pumpe und ein Wasserturm für den Brunnen. Das für Lamwon entwickelte Betriebskonzept ist so gestaltet, dass es unmittelbar für Nam übernommen werden kann.

Für all diese Themen müssen finanzielle Mittel bereitgestellt werden und so sind wir unablässig dabei, über unser Projekt zu informieren und Unterstützung zu erbitten. Im Nachgang an unsere Ugandareise haben Heike und ich wieder einen ausführlichen Vortrag in Bernried gehalten. 

Der große Raum im Theresia-Petsch-Haus war gut gefüllt und wir bekamen viele positive Rückmeldungen.

Mitte Oktober durfte ich dann auch beim Rotary-Club in Starnberg vortragen und wir hoffen, dass hier eine längerfristige Partnerschaft entstehen kann. Insbesondere in unserer landwirtschaftliche Kooperative gibt es Themen, die auch im Fokus von Rotary stehen.

Ein weiteres Highlight im Oktober war das dritte Bernrieder Hoffest, das von der Fair-Trade-Gruppe veranstaltet wird, und bei dem wir wieder einen Stand hatten. 

Viel Marmelade und auch andere Dinge wurden angeboten und auch gekauft, sodass Heike und ihre Helferinnen Doris, Regine und Daniela einen schönen Erlös für unser Projekt erwirtschaften konnten. Vielen Dank auch unserem Auf- und Abbauhelfer Reinhard.

Immer erfreulich ist die Berichterstattung unserer Aktivitäten in der Presse. Nachdem im Nachgang unserer letzten Reise schon in der Passsauer Neue Presse ein großer Artikel erschienen war, folgte nun noch ein Bericht im Weilheimer Tagblatt.

Und auch die nächste Reise nach Uganda ist schon in Vorbereitung. Anfang 2027 wollen wir wieder bei der Graduierungsfeier dabei sein und planen deshalb einen Aufenthalt in der zweiten Januarhälfte. Die Flüge für die sechs Teilnehmer sind schon gebucht und wir freuen uns auf spannende Tage.

Aber bis dahin gibt es noch viel zu tun und wir hoffen, dass wir dabei auf eure unverminderte Unterstützung bauen können. Natürlich halten wir euch auf dem Laufenden!

1 Gedanke zu „Aufbau – Ausbau – Stabilisierung“

  1. Lieber Albert,

    vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Wie die bisherigen begeistern mich auch heute die Fortschritte. Die Schule steht da „als runde Sache“.
    Ich habe gerade eben in den Anfängen des Vereins von 2022/23 gestöbert, und da wird es deutlich wie engagiert und motiviert alle Schritte verlaufen sind. Noch keine 4 Jahre ist es her dass die Schule aufgebaut und ausgebaut wurde. Mein tiefer Respekt vor allen Beteiligten!
    Bitte gib uns gelegentlich eine ungefähre Zahl, wie viele Schüler bisher ausgebildet wurden und damit eine neue Chance für ihr Leben bekommen haben.

    Mein tiefer Respekt gilt auch den begleitenden Projekten wie der landwirtschaftlichen Kooperative und natürlich der Vorschule, von der zu hören immer so viel Freude macht.

    Bis demnächst!
    Gruß
    Traudl aus Würzburg

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