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Letzte Aktivitäten in Adilang

Nach dem Frühstück gehen Heike und ich daran, die Sachen, die wir hier auf zwei Räume verteilt haben, zu sortieren. Ein Teil bleibt hier und wird beim nächsten Mal eingesetzt, der Rest geht mit nach Hause.

Dann formuliere ich mit Gladys die neuen Spielregeln für unsere Schneiderei. Wir haben viel diskutiert und nun versuchen wir, in wenigen Regeln festzuhalten, wie künftig alles laufen soll. Das Ergebnis besprechen wir mit Heike und schicken es an Emmanuel und Berna, die per Mail ihr Einverständnis erklären. Damit steht einer Kommunikation an die Schneiderinnen nichts mehr im Weg.

Draußen auf der Straße wird schon gefeiert, weil heute LC1-Wahl ist. Ich verstehe nicht, warum vormittags schon gefeiert werden kann, bis mir Vivian erklärt, wie die Wahl abläuft. Die Wahl findet pro LC1-Posten an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit statt. Wenn es zwei Kandidaten gibt, reihen sich die Unterstützer des einen Kandidaten auf der einen Seite und die Unterstützer des anderen Kandidaten auf der anderen Seite auf und wer die längere Reihe hat, hat gewonnen. Hört sich unglaublich an, ist aber kein Scherz und spart viel Papier.

Das folgende Bild ist aus dem Internet, zeigt aber deutlich, wie es ausgehen kann. Wir amüsieren uns köstlich drüber. 

In Adilang wird in jedem Fall heute viel gefeiert.

Ich fahre dann mit Vivian in die Schule, im Wesentlichen, um Auf Wiedersehen zu sagen. Wir haben von unseren Beständen einiges an Spielen ausgewählt, was an die Schule geht, weil wir gesehen haben, dass nun sorgsam damit umgegangen wird. Im Beisein von Charles, dem Principal, übergebe ich die Sachen an Salva, den Store-Manager.

Ich treffe dann Nelson, um die letzten Sachen zu besprechen und er zeigt mir eine ganze Reihe der Bäume, die zum Jahreswechsel von der Realschule Peißenberg gespendet wurden. Die meisten der Bäume machen einen guten Eindruck und die, welche unter der Trockenheit sehr gelitten haben, fangen gerade wieder an auszutreiben.

Natürlich muss ich auch bei meinem Baum vorbeischauen, den ich 2023 gepflanzt habe.

Nelson erzählt mir auch noch, dass die 10.000 Kaffeepflanzen, die von der Regierung in Uganda an unsere Kooperative gegeben wurden, wegen der Trockenheit zunächst zentral gelagert und gewässert wurden und deshalb im Gegensatz zu vielen anderen in der Gegend nicht kaputt gegangen sind. Wenn ein Farmer 100 Pflanzen bekommt, hat er drei Jahre lang viel Arbeit, bis die Pflanzen tragen, aber dann kann er dreißig Jahre lang ernten und geschätzt im Jahr 2.500 Euro verdienen – hört sich nicht so viel an, aber das sind zwei Jahresgehälter eines Lehrers. 

Am Nachmittag sprechen wir noch mit Dorothy über ihre Rolle als Produktmanagerin für die Schneiderwerkstatt. Die Herausforderung ihrer Aufgabe ist nicht zu unterschätzen, aber sie macht einen entschlossenen Eindruck, das zu meistern. Das wird noch ruckeln, aber ich denke, der Neustart kann gelingen.

Nach dieser Besprechung haben wir das Gefühl, nun langsam alles geschafft zu haben, was wir uns für diese Zeit vorgenommen haben. Ein durchaus gutes Gefühl, vor allem, wenn man daran denkt, dass unsere bisherigen Aufenthalte meist etwas hektisch und mit einer Reihe unerledigter Aufgaben zu Ende gegangen sind. 

Den Abend verbringen wir noch einmal gemütlich und mit viel Lachen im Hinterhof des Guesthouses. Morgen um sieben Uhr früh wollen wir in Richtung Entebbe aufbrechen. Wir werden zunächst zu fünft im Auto sein, da neben unserem Fahrer Julias und Gladys auch noch Vivian bis kurz vor Lira mitfährt. Mit all dem Gepäck wird das eng, aber irgendwie wird es schon gehen. 

1 Gedanke zu „Letzte Aktivitäten in Adilang“

  1. Lieber Herr Dr. Dietl,
    herzliche Dank für Ihre vielen, sehr informativen und sehr anschaulichen Berichte.
    Kommen sie wieder gut nach Hause zurück.
    Viele Grüße
    Nikolaus Dewald

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