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AFC Board meeting

Für heute ist die Vorstandssitzung der Adilang Agriculture Cooperative angesetzt. Wir sind deshalb schon um halb neun in der Berufsschule und ich habe die Gelegenheit, Nelson die Zusammenfassung der Planung zu zeigen, die wir gestern Nachmittag erstellt haben. Er kennt die Zahlen und soll sie auch vortragen, deshalb ist es wichtig, dass er mit der Art der Darstellung vertraut ist.

Dr. Richard, der Präsident der Kooperative, und Charles, ein Vorstandsmitglied kommen um neun Uhr und wir können uns schon etwas über den Stand der Dinge austauschen. Emmanuel schreibt die Agenda auf das Flip-Chart, dann kann es losgehen.

Inzwischen sind auch die zweite Vorsitzende Sabina und die für die Finanzen der Kooperative zuständige Jackeline hier. Auch unser Freund Pius ist Vorstandsmitglied. Nach der Begrüßung erläutert Dr. Richard den Stand der Dinge. Er spricht über viele positive Ergebnisse wie die Trainings, die offizielle Registrierung und den Aufbau der Strukturen der Kooperative. Es gab aber auch Probleme, allen voran natürlich die extrem lange Zeit ohne Regen, Probleme beim Transport von Dünger und die durch Viehdiebstahl reduzierten Ochsen, die zum Ackern fehlten. Dies alles führte zu Einbußen in der ersten Pflanzsaison, die erst in zwei bis drei Wochen genau beziffert werden können. Trotz allem sagt er: „Cooperative is the best approach“ und „The future is still bright“.

Nelson gibt noch eine etwas detaillierten Einblick und erzählt auch, dass vom Landwirtschaftsministerium in Kampala 10.000 Kaffeepflanzen, 3.000 Bananenstauden und 2.000 Baumsetzlinge zur Verfügung gestellt wurden.

Sehr interessant ist die Diskussion, was in der zweiten Pflanzsaison gemacht werden soll. Ursprünglich waren Sonnenblumen vorgesehen, um den Boden nicht zu überfordern, was aber kein Argument mehr ist, weil so wenig gewachsen ist. Nach einiger Diskussion wird beschlossen, einheitlich noch einmal Mais zu pflanzen, weil noch entsprechender Dünger im Boden ist, weil damit auch Nahrung für Anfang nächsten Jahres produziert wird und weil hoffentlich ein Teil der finanziellen Verluste ausgeglichen werden kann, da Mais mehr Erlös bringt als Sonnenblumen.

Um die erste Ernte unter Dach und Fach zu bringen, soll, da es noch kein Lager gibt, das Agriculture Laboratory der Berufsschule genutzt werden und für Transporte das motorisierte Dreirad der Schule. Für beides muss es gerechterweise eine Kompensation geben, was aber wesentlich billiger sein wird als externe Optionen.

Nachdem wir auch noch die Planung besprochen haben, wird das Meeting beendet und auch hier gibt es natürlich am Schluss ein Gruppenfoto.

Nachdem Mittagessen kommen die Schneiderinnen unserer Schneiderei mit ihrer Leiterin Petra ins Guesthouse und Emmanuel und Berna führen sie langsam an die geplanten Veränderungen heran. Die Schneiderinnen berichten, dass die Ausbildung und die Werkstatt ihr Leben verändert hat, sie haben Arbeit und können Geld verdienen, sie lernen immer weiter dazu und sie arbeiten gerne in der Gruppe. Zudem bringt ihnen die Lage der Werkstatt am Marktplatz des Dorfes viel mehr Geschäft durch Reparaturen oder Verkäufen als zu Hause in kleinen Weilern.

Für die jungen Frauen ist vor allem relevant, dass sie künftig einen kleinen festen Beitrag zu den laufenden Kosten zahlen sollen, der wöchentlich einkassiert wird. Wir sitzen mehr als zwei Stunden zusammen, dann vereinbaren wir einige Tage Bedenkzeit, bis dann endgültig jede Einzelne eine Entscheidung fällen wird, ob sie bleibt oder nicht.

Gegen Ende der Sitzung kommt Dorothys Kindermädchen mit der kleinen Priscilla. Die Kleine ist ein echter Sonnenschein.

Da morgen der große Tag mit den Politikern ist, mache ich mir noch ein paar Gedanken, was ich den großen Herren erzählen werde, weil Emmanuel mich darum gebeten hat, etwas mehr als nur „hallo“ zu sagen. Zum Abendessen sitzen wir im Hinterhof des Guesthouses, der einsetzende Regen erleichtert uns die Entscheidung, bald ins Bett zu gehen.

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