Wir genießen ein letztes Mal den morgendlichen Blick auf den Nil, die vielen Nilpferde, die sich im Wasser tummeln und die vielstimmige Geräuschkulisse der Tierwelt. Nach dem Frühstück nehmen wir Abschied, wobei uns auf dem Weg zum Park-Gate Affen, Antilopen, Giraffen und Elefanten offensichtlich noch Lebewohl sagen wollen.
Davis bringt uns nach Gulu und wir treffen Emmanuel im Acholi Inn, einem großen Hotel, in dem sich heute zufällig die Politprominenz von der Region trifft. Wir begrüßen Makmot, Bernas Bruder, der seit Februar wieder Abgeordneter im Parlament Ugandas ist.
Nach einer Weile kommt auch Kidega Nok dazu, der Residential Commissioner Officer des Distrikts Agogo, wir würden wohl Landrat dazu sagen. Wir hoffen, dass wir beide für ganz konkrete Unterstützung unserer Aktivitäten in Adilang gewinnen können und sie versprechen auch beide, am kommenden Freitag nach Adilang zu kommen, um an der geplanten Versammlung aller gewählten Vertreter, die für die Großgemeinde Adilang zuständig sind, aktiv teilzunehmen.
Der eigentliche Zweck, wegen dem wir hier sind, ist aber ein Treffen mit Vertretern des Rotary-Clubs Gulu, das Emmanuel kurzfristig anberaumt hat, und das Treffen findet hier statt, weil das Hotel auch das Vereinslokal des Clubs ist. In der Runde sind unter anderem der gerade scheidende Präsident des Clubs Samuel, die für Projekte zuständige Joyce und einige Vertreter der Rotary-Jugendorganisation. Später kommt auch die Vizepräsidentin Julie dazu. Der gerade neu angetretene Präsident ist heute in Kampala, was aber nicht so schlimm ist, weil es ein alter Schulfreund von Emmanuel ist, zu dem er somit einen kurzen Draht hat. Von unserer Seite ist auch Nelson, der Manager unserer Adilang Farmer’s Cooperative hier.
Es geht um die nächsten Schritte für eine mögliche Unterstützung durch Rotary International für unsere Projektaktivitäten. Da wir in Deutschland zwei Rotary-Clubs haben, die daran arbeiten, für unsere Themen ein internationales Projekt aufzusetzen, muss die Verbindung zu den Gulu-Vertretern vor Ort etabliert werden.
Wir diskutieren die Prioritäten für eine mögliche Förderung unserer landwirtschaftlichen Kooperative und, da für die Farmer die seit Monaten anhaltende Dürre gerade das alles beherrschende Thema ist, wird Wasser von Emmanuel und Nelson als höchste Priorität genannt. Als zweitwichtigstes Thema wird die maschinelle Unterstützung der landwirtschaftlichen Produktion bestimmt.
Die Rotary-Vertreter wollen die schon angefertigte Dokumentation des Förderbedarfs dahingehend ändern und ich verspreche, Zoom-Konferenzen mit den deutschen Repräsentanten aufzusetzen. Und am Schluss gibt es natürlich das obligatorischen Gruppenfoto.
Wir verabschieden uns und nach einem kleinen Mittagessen am Ortsrand von Gulu geht es los in Richtung Adilang. Wir haben drei Stunden Zeit, zu dritt eine ganze Reihe von Themen zu diskutieren. Auf der Strecke feiern wir etwas Regen, aber in Richtung Adilang scheint wieder nicht allzu viel gekommen zu sein. Wie immer gibt es abenteuerliche Gefährte zu bestaunen.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen wir in Adilang an und es fühlt sich schon ein bisschen wie heimkommen an. Berna und Gladys sind einige Stunden vor uns über Lira angekommen. Die Küchenmädels Evelyn, die wir schon lange kennen, sowie Beatrice und Jacky begrüßen uns herzlich und später kommt auch Pius dazu.
Wir sortieren uns ein wenig, wobei wir immer einen zusätzlichen Raum brauchen, um all die mitgebrachten Sachen für die Verteilung vorzubereiten. Ansonsten füllt sich das Guesthouse langsam, weil heute Abend ist WM-Finale und zum Fußball schauen kommen immer viele junge Menschen ins Guesthouse.
Nach dem Abendessen im Hinterhof sitzen wir noch gemütlich zusammen, bevor die Damen ins Bett gehen und Emmanuel und ich das Endspiel schauen. Weil es in die Verlängerung geht, kommen wir erst um ein Uhr ins Bett.
Lieber Albert, es ist wieder super spannend, was du da aus Uganda berichtest. Der Fisch als Gepäckstück gefallt mir besonders gut. Liebe Grüße an Heike und euch noch eine schöne und erfolgreiche Zeit, Andrea