Heute früh ist ein „Natural Walk“ angesagt, das heißt, wir werden um sieben Uhr früh von der Rangerin Patricia abgeholt und machen einen ausgedehnten Morgenspaziergang.
Wir sehen Wildschweine, Antilopen und Affen und irgendwann weit entfernt zwei Giraffen.
Ich sage im Scherz „Vielleicht warten sie ja auf uns“, aber tatsächlich rühren sie sich nicht von der Stelle, bis wir sie eine ganze Zeit später aus nächster Nähe anschauen können.
Nach eineinhalb Stunden erreichen wir einen Außenplatz, an dem Frühstück auf uns wartet.
An einem Tümpel direkt vor uns kommen Büffel und Antilopen zum Trinken, am Ufer steht ein Reiher und im Wasser schwimmt ein Krokodil, von dem wir zumindest ab und zu den Rücken sehen.
Zurück am Nil lerne ich dann noch von Patricia, dass Nilpferde in sogenannten „Schulen“ zusammenleben und dass es in jeder Schule nur ein erwachsenes Männchen gibt. Ich schließe daraus, dass es entweder viel mehr weibliche als männliche Nilpferde gibt, oder viele Nilpferd-Männer ein Problem haben.
Den Rest des Tages genießen wir in der schönen Umgebung mit Pool, gutem Mittagessen und viel Ruhe. Das ist gut, weil auf dem Rest unserer Reise sicher noch viel Anstrengendes bewältigen müssen.
Beim Abendessen wartet eine Überraschung auf uns, weil Markus, der im Januar hier in der Chobe-Lodge war, über den Manager eine Flasche Champagner auffahren lässt. Das ist wirklich mehr als großzügig, um nicht zu sagen ziemlich verrückt.
Die Nilpferde sind an diesem Abend besonders aktiv und so haben wir auch beim Essen viel zu Schauen, bevor wir ins Bett gehen
Am Samstag früh stehen wir dann schon um fünf auf, weil wir um sechs nach einer Tasse Kaffee zur Safari in den Murchison Falls Park starten. Es gewittert und regnet in Strömen. Um die Tiere in der Savanne beobachten zu können, fahren wir drei Stunden zum oberen Ende des Nationalparks – unser Fahrer Davis bringt uns sicher hin.
Es gibt unglaublich viele Antilopen zu sehen. Wir lernen von Davis, dass es hier sieben Arten von Antilopen gibt, darunter das Uganda-Kob, das sogar im Wappen Ugandas abgebildet ist. Man sagt, dass das Uganda-Kob ziemlich dumm ist, weil es beim Davonlaufen vor einem Löwen schnell vergisst, warum es läuft, und wieder zum Grasen anfängt. Darum fangen Löwen diese Antilopenart gerne. Der Buschbock dagegen ist das Lieblingsbeutetier der Leoparden, weil es leicht ist und die Leoparden gern zum Fressen samt Beute auf Bäume klettern.
Wir sehen Giraffen, Warzenschweine und Büffel. Auf dem Rücken der Büffel sitzen ganz oft weiße Vögel, die sie von Parasiten befreien.
Auch Elefanten sehen wir, auf deren Rücken schwarze Vögel sitzen, die die gleiche Aufgabe haben wie die weißen Vögel bei den Büffeln.
Der Höhepunkt sind drei Löwen, die wir zu Gesicht bekommen.
Wir fahren dann noch zu den Murchison Falls, von denen der Nationalpark seinen Namen hat. Der Wasserfall gilt als der durchflussstärkste der Welt, weil der Nil, der hier eine Breite von hundert Meter hat, sich durch eine sieben Meter breite Öffnung zwängt, sodass dann pro Sekunde 300 Kubikmeter 45 Meter in die Tiefe fallen.
Zum Abendessen sind wir wieder zurück von unserem langen Ausflug. Morgen geht der Aufenthalt hier im Nationalpark zu Ende und der eigentliche Zweck unserer Reise wird wieder in den Vordergrund treten.
Der wirklich ziemlich verrückte kann dazu nur sagen, ich hab das Kleingedruckte erst gesehen als es zu spät war 🙈😂🤷🏼♂️
Lieber Markus, was immer im Kleingedruckten gestanden hat, in jedem Fall vielen Dank!