Um halb fünf aufstehen, fertig machen, letzte Sachen in die Koffer, alles nochmal wiegen – wir sind wieder mal bis auf das letzte Gramm ausgereizt – und dann ab ins Auto. Um viertel vor sechs geht’s los.
Trotz der frühen Uhrzeit ist rund um München schon richtig was los. Weil die Zufahrt von der Garmisch Autobahn zum Mittleren Ring derzeit gesperrt ist, fahren wir die West-Umfahrung und kommen tatsächlich schon in einen ersten Stau, der aber noch harmlos ist. Wir sind rechtzeitig am Parkplatz, um das Auto abzugeben.
Alles andere läuft problemlos, außer dass Heike im Flughafen ihren Reisepass verstreut, den ihr aber glücklicherweise ein aufmerksamer Reisender hinterher trägt – da haben wir aber richtig Glück gehabt … ich will mir den Schrecken gar nicht vorstellen, wenn der Pass plötzlich weg ist.
Wir landen kurz nach fünf Uhr Ortszeit in Doha und haben dort nur wenig Zeit, weil es um sieben schon wieder weitergeht. Um in meinem Rucksack an etwas Essbares zu kommen, räume ich zum x-ten Mal die Spätzle rein und raus. Die sind in meinem Rucksack, weil sie in den Koffern beim ersten Willen nicht mehr Platz hatten. Und Heike will schließlich für die Freunde in Adilang Käsespätzle machen, insofern war zu Hause lassen keine Option.
Der Flug nach Entebbe ist sehr voll und deshalb ist es sehr eng. Neben uns sitzt ein junger Engländer, vielleicht 15 Jahre alt, der zur Hochzeit seiner Tante fliegt … er weiß aber nicht, wo das stattfindet und ich muss ihm auf der Karte auch erst zeigen, wo überhaupt Uganda liegt. Was er aber weiß, ist, dass es hier im Flieger dank StarLink und Air Qatar kostenloses Internet gibt. Das funktioniert tatsächlich richtig gut und so vergeht die Zeit doch gleich schneller und auch produktiver, weil ich viel für die nächste Woche vorbereiten kann.
Kurz nach Mitternacht landen wir in Entebbe – gegenüber Deutschland ist es im Sommer nur eine Stunde später. Nach dem Aussteigen staut sich alles an einer Stelle, wo eine junge Frau alle aufhält und nach rechts deutet. Es dauert ein wenig, bis wir begreifen, dass dort an der Wand ein QR-Code hängt, mit dem wir auf ein Formular kommen, das wir wegen Ebola ausfüllen sollen. Ein paar hundert Menschen versuchen wild durcheinander dieser Aufgabe nachzukommen, was auch das WLAN an seine Grenzen bringt. Irgendwann haben wir aber das Formular auf den Handys und können es ausfüllen. Nun kann in Bezug auf Ebola nichts mehr passieren, weil wir ein elektronisches Formular mit einem grünem Haken haben.
Weil sich alles bei der Ebola-Übung staut, geht die eigentliche Einreise mit Visa-Eintrag im Pass diesmal recht schnell. Am Gepäckband gibt es wahre Massen von Gepäckstücken, aber glücklicherweise sind auch unsere vier Koffer dabei. Letzte Hürde ist dann der Zoll, wo alle Gepäckstücke durchleuchtet werden, aber da wir nichts dabei haben, das Einnahmen in Form von Einreisezoll verspricht, geht auch das schnell.
Draußen warten Emmanuel und Berna auf uns und wir freuen uns sehr, sie zu sehen und in Empfang genommen zu werden.
Sie bringen uns zur African Roots Lodge, die uns inzwischen sehr vertraut ist, und nachdem unser Gepäck im Zimmer ist, gibt es das traditionelle Begrüßungsbier.
Damit sind wir endgültig angekommen. Um halb drei ist unser Reisetag zu Ende und wir gehen schlafen.
Liebe Heike, lieber Albert,
ich mag Eure Berichte, immer so anschaulich, immer ein Schmunzeln dabei. Glückwunsch, Heike, zu dem braven Finder Deines Reisepasses 🙂 Und sehr nachvollziehbar ist der Genussmoment mit dem ersten Schluck des Begrüßungsbiers.
Ich freue mich auf Eure weiteren Berichte.
Bitte ein paar ausdrucksvolle Bilder der „Viechereien“, und sind es immer noch 222 Küken ?
Liebe Grüße aus Würzburg
Traudl
Liebe Traudl,
danke für deine schöne Nachricht!
An Tieren werden wir jetzt zunächst ein paar Bilder aus dem Nationalpark schicken, bevor es dann um die Tiere in der Berufsschule geht. Küken waren es am Anfang 220, inzwischen sind es laut dem letzten Bericht noch 214 … wir werden sie aber nachzählen, sobald wir vor Ort sind.
Liebe Grüße, Albert und Heike