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Adilang Farmers Cooperative

Am heutigen Montag steht das Thema „Adilang Farmers Cooperative“ auf dem Programm und Heike möchte einen kleinen Kurs für die Schneiderinnen beginnen.

An der Sitzung zum Thema Cooperative nehmen außer Emmanuel, Robert, Juliet noch Rebecca, die Finance Managerin von Dongo Paco, Nelson, der Project-Manager der Kooperative und Dr. Richard, ein pensionierter Tierarzt, der als vorläufiger Präsident der Kooperative gewählt ist, teil.

Dr. Richard, gibt in seinem Eröffnungsstatement genau unsere Sicht auf die Kooperative wieder. Es geht darum, mit dem Wissen, das mit der landwirtschaftlichen Ausbildung in der Berufsschule aufgebaut wird, so umzusetzen, dass sich das Leben von Familien real verbessert. Dafür sind Training, gemeinsamer Einkauf, verbesserte Absatzmöglichkeiten und effektive Zusammenarbeit wesentliche Treiber.

Im Laufe des Vormittags vermittelt uns Nelson detaillierte Einblicke über den Stand des Projekts, die erforderlichen Mittel für den Start und die finanziellen Vorteile, die für die Bauern zu erwarten sind. Gestartet werden soll mit 120 Bauern, die im Schnitt 2 acre einbringen, was ungefähr 0,8 Hektar entspricht. In der ersten Pflanzperiode soll Mais angebaut werden, in der zweiten Pflanzperiode Sonnenblumen. Es ist schon sehr viel Vorarbeit geleistet, sodass die Kooperative im Laufe der Woche offiziell aus der Taufe gehoben werden kann.

Nelson hat auch detaillierte Kalkulationen, was aufgewendet werden muss, um 2 Acre zu bewirtschaften und was an Ertrag zu erwarten ist. Er legt dar, wie mit dem richtigen Saatgut, mit Düngung, die an der jeweiligen Bodenbeschaffenheit ausgerichtet ist, mit den richtigen landwirtschaftlichen Techniken, die schrittweise in Trainings vermittelt werden, und der richtigen zeitlichen Abfolge, die von der Kooperative entsprechend den aktuellen Wetterverhältnissen empfohlen wird, der Ertrag gesteigert werden kann. Auf der anderen Seite können die Kosten beeinflusst werden, je nachdem, wie viel Arbeit die jeweilige Familie selbst leisten kann, und indem man sich die notwendigen Hilfsmittel teilt.

Das Interesse in der Gemeinde bezüglich der Kooperative ist groß, sodass inzwischen schon Familien auf spätere Erweiterungsschritte vertröstet werden müssen. Die politischen und kulturellen Führer der Gemeinde befürworten das Vorhaben ausdrücklich und der Pfarrer hat spontan zwei Acre des Pfarrgrunds für einen Demonstrationsgarten zur Verfügung gestellt.

Nelson vermittelt uns auch eine genaue Vorstellung der zeitlichen Abfolge bis zur ersten Ernte und wir bekommen auch eine ziemlich präzise Vorstellung vom Finanzbedarf, um den ersten Pflanz- und Erntezyklus anzuschieben. Dies ist Geld, das bei jeder Ernte zurückkommt und für die nächsten Pflanzzyklus wieder eingesetzt wird. An Ausrüstung wird anfangs nur das Notwendigste geplant, Maschinen und Fahrzeuge kommen erst nach Ingangsetzung der Abläufe dazu und sind auch von Fördermitteln abhängig, die wir einwerben wollen.

Insgesamt war der Tag sehr hilfreich, um das gegenseitige Verständnis für die geplanten Schritte und die erforderlichen Mittel einerseits und die Erwartungen an die Kooperative andererseits einen großen Schritt voranzubringen.

Am Nachmittag sitzen wir wegen der hohen Temperaturen – es dürften 35 Grad sein – draußen, aber zwischendurch zieht ein Regenschauer über das Gelände und wir müssen für kurze Zeit zurück ins Dongo Paco-Büro. Unsere einheimischen Freunde lachen und sagen, dass Regen bei der Diskussion von landwirtschaftlichen Themen nur Segen bedeuten kann.

Heike mit Sigrid und Elisabeth sind zunächst damit beschäftigt, all die Sachen, die wir mitgebracht haben, zu sortieren.

Auf dem Weg zur Schneiderei kommen sie über den Markt – Montag ist in Adilang immer großer Markttag.

In der Schneiderei Dongo Paco & Designers freuen sich die Schneiderinnen über die vielen Sachen, die Heike mitgebracht hat.

Vor der Schneiderei wartet schon die künftige Kundschaft.

Ab Mittag ziehen dann alle Frauen in die Berufsschule zum Häkelkurs um, da dort mehr Platz und mehr Licht ist. Der Einstieg ins Häkeln fällt den Kursteilnehmerinnen nicht leicht, aber im Laufe des Nachmittags gibt es eine Gruppe, die schnell dazu lernt und Freude am Häkeln hat, während andere sich wohl dauerhaft schwer tun werden. Wenn ich teilnehmen würde, bin ich mir sehr sicher, zu welcher Gruppe ich zählen würde.

Abends sitzen wir alle etwas erschöpft, aber glücklich über den Verlauf des Tages beim Bier und später in kompletter Runde beim Abendessen. Kurz vor Mitternacht kommt auch Francis, der zweite Vorstand von Dongo Paco, aus Lira. Da Sigrid ihn noch nicht kennt, stellt Heike ihn als „Robert von Dongo Paco“ vor, worüber alle herzlich lachen können.

1 Gedanke zu „Adilang Farmers Cooperative“

  1. Lieber Albert,

    Danke für die anschaulichen Berichte, da tut sich ja Etliches! Ich bin gespannt darauf was Ihr an konkreten Entwicklungsaktionen mitbringt, an denen sich „Helfen am Ursprung“, beteiligen kann.

    Was die Zuordnung zu den „Häklern“ angeht, da kenne auch ich meinen Platz – es war für mich immer ein Rätsel wie man das macht :-).

    Viel Erfolg und schöne Erlebnisse auch weiterhin!

    Gruß
    Traudl aus Würzburg

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