Seit drei Tagen sind wir nun zurück aus Uganda. Die Anstrengung der Reise waren natürlich zu spüren, aber viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht – es gibt so viel zu tun. Heike macht aus den mitgebrachten Ananas und Mangos Marmelade und sammelt englische Kinderbücher für eine kleine Bibliothek in Adilang. Ich bringe zusammen mit Robert den Förderantrag für die Main Hall auf den Weg und führe eine Reihe von Telefonaten rund um den Brunnen in Lamwon, der noch einiges an Aufmerksamkeit bedarf.
Trotz aller Betriebsamkeit stellt ich mit ein klein bisschen Abstand natürlich auch die Frage, was wir denn nun mit unserer Reise erreicht haben.
Einen großen Effekt sehe ich darin, dass wir uns zu vielen Themen wieder einmal vor Ort ein Bild machen konnten. Wir sind laufend gut informiert, haben regelmäßige Videokonferenzen und einzelne Nachrichten und Bilder fliegen fast täglich hin und her. Trotzdem ist es noch einmal etwas ganz anderes, dort zu sein, zu sehen, zu verstehen und miteinander zu sprechen. In der Schule herum zu laufen, zu sehen, wie weit alles gediehen ist, einen Eindruck zu bekommen, was gut oder auch weniger gut funktioniert, vermittelt ein ganz anderes Verständnis als Berichte und Bilder.
Der Abend mit den Rotary-Vertretern, die Gespräche mit den Bürgermeistern, die Diskussionen im Schulvorstand, das Treffen mit den Stipendiaten und viele Einzelgespräche beeinflussen uns ganz erheblich in unserem Denken. Der Besuch in Lamwon, wo die Vorschule entstehen soll, und der Termin in der Schneiderei machen es überhaupt erst möglich, uns ein Bild zu machen, in welcher Umgebung wir uns bewegen.
Hinzu kommen die Diskussionen mit Emmanuel, mit dem wir uns auf den langen Autofahrten oder auch im Innenhof des Guesthouses stundenlang zur Ausrichtung in den verschiedenen Themenbereichen austauschen konnten.
Daraus formt sich langsam ein Arbeitsprogramm für dieses Jahr, das wir nun weiter präzisieren, im Vorstand beschließen und in der demnächst stattfindenden Mitgliederversammlung vorstellen werden.
Klar ist, dass wir eine Main Hall brauchen, in die auch eine Ausbildungsküche integriert wird. Die Main Hall ist zwingende Voraussetzung dafür, dass die Prüfungen für die zweijährigen Ausbildungsgänge bei uns in der Schule stattfinden können und die jungen Leute nicht tagelang woanders sein müssen, um die Prüfung abzulegen. Wir wollen das Ganze auch gleich so dimensionieren, dass es auch für das geplante weitere Wachstum auf 300 Schülerinnen und Schüler ausreichend ist. Wir reden damit von etwas mehr als 50.000 Euro, wobei wir aber hoffen, hierfür mit dem gerade gestellten Antrag staatliche Förderung zu bekommen.
Einiges ist auch notwendig für die verschiedenen Ausbildungsrichtungen. Für die landwirtschaftliche Ausbildung benötigen wir zum Beispiel einen Stall, damit auch Kenntnisse in der Viehzucht vermittelt werden können, und einen Anzuchtbereich für Gemüsepflanzen und Baumsetzlinge. Die Maurer brauchen eine Überdachung, unter der sie auch in der Regenzeit draußen vernünftig üben können.
Des Weiteren brauchen die hundert neuen Fahrräder eine vernünftige Unterbringung und es sollen noch zwei weitere Personalunterkünfte gebaut werden. Hohe Priorität hat auch der Anschluss an das öffentliche Stromnetz und eine verlässliche Internet-Anbindung.
Daneben wollen wir uns ja massiv auch um den Übergang von der Schulausbildung zum Einstieg in das Berufsleben kümmern. Für die Schneiderei müssen Lösungen gefunden werden, wenn jährlich neue Absolventinnen kommen. In die Idee einer landwirtschaftlichen Genossenschaft setzen wir große Hoffnung und auch die Förderung von Start-Ups, vielleicht mit einem sogenannten Business Hub, der Infrastruktur zur Verfügung stellt, werden wir weiter voran treiben.
Hinzu kommt noch die Vorschule in Lamwon, ein spannendes Thema mit täglich neuen Wendungen und Überraschungen.
All diese Pläne können wir natürlich nur umsetzen, wenn wir weiterhin auf eure Unterstützung zählen können. Jede Spende bringt einen kleinen Fortschritt, jedes Mitglied hilft, die Anzahl der Stipendien hoch zu halten. Gemeinsam können wir viel erreichen und ich denke, alle, die den Blog während unserer Reise verfolgt haben, konnten einen Eindruck gewinnen, dass dies alles viel positive Wirkung hat.
In diesem Sinne vielen Dank für eure virtuelle Reisebegleitung, die uns gemeinsam Schwung für die nächsten Schritte geben wird.
Lieber Albert, danke für deine täglichen Reiseberichte!
Sie ermöglichen uns „dabei“ zu sein, euch virtuell zu begleiten und einen Blick auf die dortige Realität zu werfen.
Es ist klar, dass vieles im direkten Kontakt leichter und lebendiger zu besprechen ist, auch wenn ihr alle modernen Mittel der Kommunikation übers Jahr nutzt.
Vielen vielen Dank für euer andauerndes Engagement! Ich bewundere euch dafür. Viele Grüße
Danke, liebe Beate! Wir freuen uns über jeden, der uns in Gedanken und mit guten Wünschen begleitet. Gemeinsam werden wir auch dieses Jahr viel erreichen – Ideen gibt es genug.
Liebe Grüße,
Albert
Lieber Albert,
ich war einige Tage „außer Gefecht“ und komme erst jetzt zum Lesen und kommentieren.
Dass ich von alledem tief beeindruckt bin habe ich schon mehrfach geäußert.
Was mir besonders gefällt an dem Projekt, das ist das partnerschaftliche Miteinander von hier und dort, und das große Eigen-Engagement aller Beteiligten vor Ort.
Ich freue mich über Deine weiteren Berichte!
Gruß aus Würzburg
Liebe Traudl, ich hoffe, dass du wieder wohlauf bist! Du hast recht, dass wir mit unseren Partnern äußerst eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Durch die Reise wurde die Taktzahl noch einmal deutlich erhöht, weil wir so viel vorhaben. Das Momentum müssen wir nutzen.
Liebe Grüße nach Würzburg,
Albert