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KG Lamwon

Heute Vormittag wollen wir zusammen mit Gladys und Vivian den KG Lamwon besuchen. KG steht für Kindergarten, man muss aber wissen, dass hier in Uganda, wie im englischen Schulsystem üblich, der Primary School eine Nursery School, also eine Vorschule vorgelagert ist. Dort lernen die Kinder schon etwas Lesen und Schreiben und auch Englisch, bevor sie mit sieben Jahren in die Primary kommen.

Der Weg nach Lamwon ist immer ein bisschen Abenteuer. Heute steht an relativ ungünstiger Stelle ein Lastwagen im Weg, der gerade mit Holz beladen wird. Julias muss relativ abenteuerlich um das Hindernis kurven, aber es gelingt, ohne dass wir schieben müssen. Das Eintreffen in Lamwon ist immer wieder schön, der Platz macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Dorothy und Pius sind kurz vor uns mit dem Moped gekommen.

Das Personal, bestehend aus drei Lehrerinnen, einer Köchin und einem Wachmann, begrüßen uns herzlich. Sie wollen Stühle für uns aufstellen, aber ich sage ihnen, dass sie einfach wie gewohnt weitermachen sollen, weil wir den normalen Betrieb miterleben möchten. 

Der Unterricht findet in zwei kleinen Gebäuden statt, die Rundhütten nachempfunden sind. Ein drittes Unterrichtsgebäude ist gerade im Entstehen. Die kleineren lernen spielerisch Zahlen, Buchstaben, Wochentage und andere wichtige Dinge …

… die größeren müssen schon etwas schwierigere Aufgaben lösen, zum Beispiel kleine Zeichenaufgaben.

Zwischendurch gibt es Porridge für alle …

.. und offensichtlich schmeckt es.

In unmittelbarer Nähe wurde ein kleiner Schulgarten angelegt, in dem vor allem Nelson den Kleinen schon ein bisschen etwas über Gartenarbeit beibringt.

Etwas abseits gibt es auch ein kleines Gemüsefeld, das aber nur einen kleinen finanziellen Beitrag leisten kann.

Wir umrunden dann aber noch das gesamte Grundstück, das für den Kindergarten zur Verfügung gestellt wurde. Es hat eine ansehnliche Größe und und der Ertrag davon soll letztlich eine wesentliche finanzielle Grundlage der Vorschule sein. In diesem Jahr wird das Grundstück teilweise als Demonstration Garden für Lamwon genutzt, was den großen Vorteil hat, dass die erste Runde der Bewirtschaftung von den Farmern der Kooperative übernommen, was die folgende Nutzung  für die Vorschule erleichtert.

Die Besichtigung vor Ort gibt uns einen lebendigen Eindruck dessen, was wir letzte Woche diskutiert haben. Es ist keine einfache Aufgabe, die Arbeit auf dem Feld zu organisieren und genügend Eltern zu motivieren, ihre Kinder in die Schule zu schicken und dafür eine kleine Summe Schulgeld zu bezahlen, aber die Voraussetzungen sind eigentlich alle gegeben, dass dies möglich ist.

Wir verabschieden uns und fahren zurück ins Guesthouse. Nach dem Mittagessen fahre ich in die Schule, weil ich an zwei Unterrichtsstunden teilnehmen möchte. Als erstes bin ich im Computerraum und erlebe mit, wie eine Gruppe von Maurer-Studenten – eine Maurer-Studentin ist auch dabei – lernen, wie man in Word einen Serienbrief erstellt. Ich muss schmunzeln, weil ich vor dreißig Jahren als IT-Leiter im Innwerk genau dieses Thema den Kraftwerksmeistern beigebracht habe.

Der IT-Lehrer Elly überlässt den Unterricht Emily, einer Studentin, die hier in den Ferien Praktikum macht und die wir im Januar kennengelernt haben, weil sie bei der Vorbereitung des Children’s Day wesentlich beteiligt war. Sie macht das ganz hervorragend und nach einem gemeinsamen Durchlauf sind die jungen Leute in der Lage, ein erstes kleines Beispiel selbst zu machen.

Ich frage Elli, ob in der Prüfung nur Theorie zu diesem Thema abgefragt wird, oder ob eine praktische Aufgabe gestellt wird. Er sagt mir, dass die Studenten praktische Aufgaben lösen müssen, und da die abschließenden Prüfungen bisher in Kalongo stattgefunden hat, es bisher immer so war, dass unsere AVTI-Studenten den Studenten anderer Schulen viele praktische Sachen immer noch auf die Schnelle gezeigt haben, weil sie es an ihren Schulen nicht gelernt hatten. 

Als nächstes bin ich in einer Entrepreneurship-Stunde, also einem Unterricht für künftige Unternehmerinnen und Unternehmer. Samuel, der Lehrer, unterrichtet heute über das Thema Produktion. Es ist ein Stück Lehrbuchwissen, das er an die Tafel schreibt, wobei es sich offensichtlich um eine Wiederholung handelt, da die Schüler ihm die Stichworte perfekt formuliert zurufen. Ich lege Samuel ans Herz, viel Praktisches einzubauen, zum Beispiel die Kalkulation oder die Bepreisung eines konkreten Produkts.

Nach den Schulstunden schaue ich mir noch das Lager an. Im Januar waren wir über den Zustand des Lagers, wo zum Beispiel auch Bücher und Spiele zu finden sind, die wir mitgebracht haben, alles andere als zufrieden und wir haben deutliche Verbesserungen angemahnt. Der Lagerverwalter Salva zeigt mir nun stolz sein wirklich perfekt aufgeräumtes Lager, wo auch das Ausleihen gut geregelt und dokumentiert ist. 

Auch der Teil der Fahrräder, der von den Schülerinnen und Schülern ausgeliehen werden kann, ist sauber untergebracht.

Das ist mal ein echt erfreulicher Fortschritt!

Ich habe dann noch Zeit, mit Nelson einige Themen zu besprechen, insbesondere das Zusammenwirken von Kooperative und der Vorschule in Lamwon und die weitere Zusammenarbeit mit Rotary. Für beide Themen bin ich hinterher ein ganzes Stück weiter in meinen Überlegungen. Während unseres Gesprächs geht ein heftiger Regenschauer nieder und, man glaubt es kaum, aber mir ist tatsächlich etwas kalt.

Der Abend verläuft dann sehr ruhig und wir haben die Chance, beizeiten ins Bett zu gehen.

2 Gedanken zu „KG Lamwon“

  1. Lieber Markus, da hast du absolut recht – die Region atmet auf nach der langen Trockenheit.
    Liebe Grüße an unserem letzten Tag in Adilang, Albert

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