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AFC-Launch und Lamwon

Als wir um zehn Uhr auf dem Schulgelände eintreffen, ist dort schon viel los. In der Main Hall, deren Dach die letzten Tage noch vervollständigt wurde, die aber ansonsten bei Weitem noch nicht fertig ist, soll der Launch, also der offizielle Start der Adilang Farmers Cooperative stattfinden. 120 Farmer haben sich versammelt und sie sind alle mit gelben T-Shirts ausgestattet worden, worauf sie an diesem Tag offensichtlich stolz sind, und was ihnen sicher auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit vermittelt.

Man kann sich kaum vorstellen, welche immense Arbeit Nelson als Project Manager und Dorothy als Project Officer in den letzten Wochen geleistet haben. Alle sind mit großer Begeisterung und voller Tatendrang am Start. Auch inhaltlich wurde schon viel Information vermittelt und erste Trainings haben stattgefunden.

Father Jino eröffnet die Veranstaltung mit einem Segen und einer kurzen Ansprache, in der er der Kooperative seine volle Unterstützung zusagt und sozusagen den Startschuss gibt.

Der Präsident der Kooperative Richard erklärt in seiner Rede die Zielsetzung der Kooperative sowie die Zusammensetzung und Zuständigkeiten des Vorstands. Dann kommt Nelson an die Reihe, der unter anderem das Ziel ausgibt, im ersten halben Jahr 480 Tonnen Mais zu ernten. Seine Frage „Will me make it?“ wird von den Farmern mit einem lautstarken „Sure“ beantwortet.

Als nächstes spricht Emmanuel, und auch Robert und ich dürfen einige Worte sagen. 

Das geht alles einigermaßen zügig über die Bühne, um einiges langwieriger wird es aber, als die politischen Vertreter an die Reihe kommen. Zunächst kommt ein Vertreter eines Gemeindeteils, dann der noch amtierende Bürgermeister – morgen sind Bürgermeisterwahlen – und dann ein Vertreter des Landkreises. Letzterer spricht eine volle Stunde, auch in Vertretung des District Officers für Agriculture, der aber in letzter Minute doch noch eintrifft und dann selbstverständlich auch noch reden muss.

Nachdem wir das alles überstanden haben, werden noch Fotos gemacht, ein großes Gruppenfoto und dann die einzelnen Firmengruppen, entsprechend den zwölf Pfarreien.

Kurz nach zwei brechen wir dann zusammen mit den Ehrengästen auf zum Guesthouse, wo es Mittagessen gibt.

Nach der Mittagspause fahren wir dann nach Lamwon zu unserer Vorschule. Der Bus ist leicht überfüllt, aber nach dem Motto „einer geht immer noch“ nehmen wir auch noch den Gemeindevorsteher von Lamwon, der gerade auf dem Heimweg von der AFC-Launch ist, mit.

Es ist ein besonderes Gefühl, auf das Grundstück zu fahren, auf dem sich die Vorschule befindet. Vor einem Jahr war hier noch nichts als Wiese, nun stehen hier zwei kleine Unterrichtsgebäude, ein Büro mit Lager, eine Küche und ein Sanitärgebäude. Viele Menschen, aber vor allem viele, viele Kinder warten auf uns, die Kinder teilweise in ihren Schuluniformen.

Wir werden herzlich willkommen geheißen und wir freuen uns wirklich sehr, hier zu sein. Francis spricht kurz für Dongo Paco, der Gemeindevertreter für Lamwon, aber beide in aller Kürze, worüber wir nach dem Marathon am Vormittag besonders froh sind.

Ein kleiner Kinderchor singt uns ein Willkommenslied.

Heike erklärt dann, dass sie sehr viel für die Vorschule mitgebracht hat, und sie übergibt Kleider an die beiden Lehrerinnen und die Köchin, sowie ein Hemd an den Wachmann, alles natürlich genäht in unserer Schneiderei. Die Kleidungsstücke sind ein besonderer Gruß einer großen Unterstützerin aus Würzburg, die Heike gebeten hat, die Geschenke zu besorgen und zu übergeben.

Dann wird gespielt. In einem Klassenzimmer versammeln sich die Mädchen und bekommen von Heike viele Puppen, im anderen Klassenzimmer kommen die Jungs zusammen und erhalten viele kleine Autos. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, funktioniert das unter der Aufsicht der Lehrerinnen auch sehr gut. Später gibt es noch einen dritten Bereich mit vielen Duplo-Steinen. All die Sachen sollen in der Vorschule bleiben und dort zum Einsatz kommen.

Auch die Mütter werden beschäftigt. Für sie hat Heike leere Überraschungseier mitgebracht und sie zeigt ihnen, wie sie daraus mit den Samen einer hier wachsenden Frucht Rasseln basteln können.

Für die großen Kinder gibt es Bälle, Topfstelzen und Speckbretter, die mit großer Begeisterung sofort zum Einsatz kommen. Der Wachmann verspricht, die Sachen immer wieder einzusammeln und aufzubewahren.

Es beginnt schon zu dämmern, als wir uns verabschieden.

Das erste kleine Stück gehen wir zu Fuß, um uns vom Gemeindevorsteher zu verabschieden, was in Uganda immer auch heißt, dass man sich kurz auf extra aufgestellte Stühle setzt. Da wir bei unserer Rückkehr nach Adilang auch noch Bernas Mutter, Emmanuels Mutter und seinen Vater begrüßen, wiederholt sich dieses Ritual noch einige Male.

Im Guesthouse gibt es Abendessen und Heike zeigt Veronika noch, wie man Marmelade kocht, dann geht ein wiederum vollgepackter Tag zu Ende.

1 Gedanke zu „AFC-Launch und Lamwon“

  1. Lieber Albert,
    errneut mein Dank für den lebendigen und anschaulichen Bericht – ich freue mich schon auf die Bilder die Du sicher irgendwann ergänzen willst. Ich denke es ist recht anstrengend für Euch – allein die Temperaturen von denen Du in einem Bericht zuvor gesprochen hast – daher: Mein Respekt für Euren Einsatz.
    Beeindruckend ist ebenso das Engagement der Beteiligten vor Ort, die Zuversicht etwas für die Gemeinschaft aufbauen zu können.
    Dein Bericht über Lamwom hat mich natürlich ganz besonders gefreut.
    Alles Gute weiterhin
    und passt auf Euch auf
    Traudl

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