(Weitere Bilder kommen noch)
Am Dienstag Vormittag haben wir die Sitzung des Schulvorstands zu absolvieren. Um 10 Uhr geht es los, was ganz ordentlich ist, wenn auf dem Plan 9 Uhr steht. Neben Emmanuel, Francis, Vivian, Rebecca, Juliet und Robert sind der Schulleiter Charles, Vincent als Vertreter der Eltern, Bosco als Vertreter der politischen Gemeinde, Peter Cox als Vertreter des Distrikts, James als Vertreter der Lehrer, Santa als Vertreterin der Studenten und der Security-Mann Justine als Vertreter des Personals dabei. Später kommt auch Father Jino dazu.
Die Sitzung ist wie immer durchaus anstrengend und zieht sich bis halb drei hin. Ein Teil der Anstrengung besteht darin, dass ich von manchen Teilnehmern weniger als die Hälfte verstehe, obwohl sie englisch reden. Zum anderen sind die Wunschlisten lang. Jedes einzelne Thema ist verständlich und gut nachvollziehbar, aber da die Schule nach drei Jahren die Betriebskosten noch nicht deckt, vergrößern alle Zusatzkosten die Lücke. Wir müssen also mit Zustimmungen sehr vorsichtig sein und immer auch über zusätzliche Einnahmemöglichkeiten sprechen.
Daneben gibt es auch Themen wie die Handynutzung der Schüler, die zugegebenermaßen nicht einfach sind, und deren Diskussion sich deshalb in die Länge zieht. Gerade bei dem Thema zeigt sich aber Jahr für Jahr, wie sich die Erkenntnis mehr und mehr durchsetzt, dass Internet-Nutzung und soziale Medien zum Leben junger Leute, insbesondere auch im beruflichen Umfeld, nicht mehr wegzudenken sind.
Mittagessen für alle Teilnehmer des Schulvorstands gibt es zum Abschluss auf dem Schulgelände.
Heike, Elisabeth und Sigrid setzen parallel ihren Häkelkurs fort und haben mehr und mehr Freude damit. Die ersten Erzeugnisse sollen am Freitag auf der Graduation-Feier präsentiert werden und auch Emmanuel hat sich schon ein Handy-Tasche bestellt.
Um vier Uhr brechen wir auf, um das Dorf Kibira an der Gemeindegrenze von Adilang zu besuchen. Es sind nur neun Kilometer dorthin, aber die Fahrt auf der Straße ist mühsam, sodass wir eine Dreiviertelstunde brauchen.
Auch in diesem Jahr hat Dongo Paco einen Wettbewerb für das sauberste Dorf gestartet, um einen Anstoß zu geben, die Hygieneverhältnisse zu verbessern. Es geht darum, dass das Gelände müllfrei ist, dass eine einfach Toilette vorhanden ist, dass es einfache Dinge wie Wäscheleine und Trockenständer für Geschirr gibt und dass auch die Gebäude etwas hübsch aussehen. Wir sind im Dorf, das den zweiten Preis erreicht hat und in dem besten Haushalt dieses Dorfs. Auf dem Bild sieht man die patentwürdige Konstruktion eines kontaktfreien Waschbeckens.
Wir werden sehr freundlich empfangen, die Kinder machen große Augen.
Die Kinder haben sogar ein Lied für uns vorbereitet
Die stellvertretende Dorfvorständin hält eine längere Rede, in der sie unter anderem Wasser und Vorschule als die dringendsten Themen anspricht. Der Besuch hier ist eine sehr wertvolle Chance, die Situation zu verstehen und weitere Überlegungen auf einem guten Verständnis der bestehenden Situation aufsetzen zu können.
Natürlich sollen die vielen Kinder Süßigkeiten bekommen. Emmanuel verbindet das mit der Vorstellung unserer Besuchergruppe. Jedes Kind, das sich an einen Namen erinnern kann, bekommt eine Süßigkeit. Das ist richtig lustig, aber bei der großen Anzahl von Kindern kann das natürlich nur der Anfang sein. Danach werden ganz diszipliniert zwei Reihen gebildet, damit jeder dran kommt.
Wir lassen auch Kinderkleidung, Erste-Hilfe-Ausrüstung und Spielzeug hier, die von den Verantwortlichen entgegen genommen werden, da eine sofortigen Verteilung schwer zu organisieren wäre.
Nachdem wir den etwas beschwerlichen Weg zurück geschafft haben und auch noch kurz geduscht haben, setzen wir uns um acht Uhr noch zu einer Sitzung zum Thema Schneiderei zusammen. Petra, die Leiterin der Werkstatt ist auch dabei. Es wird eine nicht ganz einfache Diskussion, da die ursprüngliche Aufstellung als Co-Working-Space nun in einen Schneiderbetrieb überführt werden muss. Wir werden eine Umsortierung und vor allem Bündelung der Verantwortlichkeiten brauchen, aber dazu bedarf es noch einiger vorbereitender Schritte. Es ist fast halb zehn, bis wir für das Abendessen Zeit finden.
Kurz nach Mitternacht fallen wir ziemlich erschöpft ins Bett.