Sonntag ist der Tag des Abschieds. Wir haben wieder kein Wasser – dann muss es eben ohne Duschen und Rasieren gehen. Trotzdem sind alle guter Laune.
Am Vorabend wurde entschieden, dass wir über Lira fahren, um halb sieben sollen die Koffer bereit stehen, um sieben Uhr wollen wir los. Die regelmäßigen Begleiter unserer Reise ahnen schon, dass dies die Theorie war. Kurz vor sieben beginnt das Verladen der Koffer, um dreiviertel acht fangen wir an, uns zu verabschieden und kurz nach acht geht es los.
Vivian, Francis und Pius sind gekommen, um uns Lebewohl zu sagen. Petra bringt ein Kleid für Heike und ein Hemd für mich als Geschenke aus der Schneiderei und wir bekommen auch ein Hemd, das wir für jemanden aus München bestellt haben und bezahlen. Für Heike haben die Schneiderinnen als besondere Überraschung noch ein Schild mit einer Dankesbotschaft gebastelt.
Die Reise wird wieder einmal lang und anstrengend. Mit ein paar kleineren Pausen sind wir am Ende dreizehn Stunden unterwegs. Schlimm ist der Teil bis Lira, weil die Straße so extrem schlecht ist. Wir brauchen für etwas mehr als hundert Kilometer fast vier Stunden und das Geholpere ist sehr anstrengend. Emmanuel fährt den Bus mit den Frauen und Tony fährt das Auto mit Robert, den zwei Söhnen von Emmanuel, und mir. Beide Fahrzeuge sind platzmäßig ausgereizt, aber irgendwie funktioniert es am Ende doch immer. Und der Blick aus dem Auto ist immer interessant, gerade in der Nähe der Nationalparks.
Nach Lira wird die Straße besser, aber es sind immer noch dreihundertsiebzig Kilometer. Gegen drei Uhr machen wir eine kurze Mittagspause, dann geht es weiter. Emmanuel fährt nun unser Auto, damit wir noch einiges besprechen können. Kurz danach fängt das Auto an, heftig zu rattern und es ist sofort klar, dass wir einen kaputten Reifen haben.
Das ist natürlich sehr unangenehm. Das Auto hat ein Notrad im Kofferraum, also laden wir alles aus, um an das Rad zu kommen, und Tony und Emmanuel wechseln den Reifen. Nach gut einer halben Stunde ist alles wieder eingeladen und wir können weiterfahren. Zeitlich gesehen ging das eigentlich ganz gut.
Ungefähr 50 Kilometer vor Kampala wird es langsam dunkel und der Verkehr wird immer dichter. Wir müssen zwar nicht ins Zentrum von Kampala, aber trotzdem sind einige Kreuzungen schwer zu überwinden. Manchmal stehen wir eine halbe Stunde vor einer einzigen Kreuzung, die Boda-boda-Fahrer, also die Motorradtaxis, sind zu tausenden unterwegs und quetschen sich durch jede Lücke und auch die Autofahrer versuchen Fahrspuren zu nutzen, die es eigentlich gar nicht gibt.
Um neun Uhr abends erreichen wir endlich unsere Lodge in Entebbe. Kaum angekommen wird die Freude, glücklich zurückgekehrt zu sein, völlig überschattet durch die Nachricht, dass Elisabeth in ihrer Familie einen tragischen Unglücksfall hat. Das Thema gehört nicht hierher, prägt aber natürlich den weiteren Abend und auch den restlichen Verlauf unserer Reise.
Montag Vormittag ist Packen angesagt, unter anderem verstauen wir zehn große Ananas und eine große Anzahl Mangos, aus denen Heike die nächste Charge Marmelade machen will.
Um elf kommen Emmanuel und Berna in die Lodge, um die verbleibende Zeit noch mit uns zu verbringen. Heike und Berna fahren zum Kunsthandwerkermarkt und wir treffen sie dann zu einem kurzen Mittagessen am Viktoriasee.
Zurück in der Lodge machen wir uns fertig und Emmanuel bringt uns zum Flughafen. Wir kommen ohne nennenswerte Verzögerung durch all die Sicherheitskontrollen und fliegen nach Doha, wo wir ungefähr um halb elf ankommen. Wir haben dann ungefähr vier Stunden Aufenthalt und fliegen dann weiter nach München. Um sieben Uhr landen wir pünktlich.
Hier trennen sich nun unsere Wege nach einer gar nicht so langen, aber wie immer aufregenden und spannenden, aber auch anstrengenden Reise.
Willkommen zuhause.
Auch für mich (und sicher viele andere) Leser, wir allerdings in angenehm beheizten Stuben mit Blick auf verschneite Natur, war es eine spannende und ereignisreiche Exkursion.
Danke für die schönen Berichte.
Gruß
Traudl
Liebe Traudl,
vielen Dank für deine Begleitung! Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine unterwegs ist.
Liebe Grüße, nun wieder aus Bernried,
Albert
Lieber Albert,
mit Spannung habe ich eure Reise verfolgt und war jeden Tag aufs Neue „ geplättet“ von dem, was ihr jeden Tag gemacht und insgesamt erreicht habt. Wieviel doch in eine knappe Woche reinpassen muss und An- und Abreise sind ja auch nicht ohne. Bewundernswert, wie du/ihr das wieder geschafft habt.
Danke für deine ausführlichen und interessanten Berichte und die Bilder. Schön, dass es in Adilang an so vielen Stellen so zügig voran geht.
Auch schön, dass ihr wieder wohlbehalten zu hause angekommen seid.
Liebe Grüße, Andrea
Liebe Andrea,
vielen Dank, dass du dabei warst! Nach unserer Power-Tour freuen wir uns, wieder zu Hause zu sein, aber nun heißt es Ärmel hochkrempeln und mit hoher Schlagzahl weiter zu machen.
Liebe Grüße,
Albert