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Children’s Day

Heute, Samstag, ist großer Children’s Day! Seit Wochen bereiten einige Mitglieder der Dongo Paco-Jugendfraktion diesen Tag vor.

Der Tag beginnt schon um sieben Uhr mit einem Lauf vom Office des Bürgermeisters zum Schulgelände, eine Strecke von etwas mehr als zwei Kilometer. Die Kinder werden in Altersgruppen eingeteilt und es gibt kleine Aufwärmübungen. Das Ganze zieht sich etwas in die Länge, wobei die Kinder immer mehr werden, was den Prozess wiederum verlängert. Als es um halb neun endlich losgeht, sind ungefähr 280 Kinder am Start. 

Diejenigen, die vor einigen Tagen die Hauptstraße von Adilang gesäubert haben, bekommen zur Belohnung ein T-Shirt für den Lauf.

Berna, Juliet und ich laufen auch mit, Robert und Veronica bilden eine Walking-Fraktion. Es macht großen Spaß mit den Kindern zu laufen. Besonders beeindruckend finde ich, dass fast alle Kinder in Crocs laufen, was sie aber sehr routiniert machen.

Am meisten bewundere ich ein kleines Mädchen von vielleicht vier Jahren, das an der Hand ihres Bruders die gesamte Strecke läuft und dabei genau so schnell ist wie wir. Sie bekommt bei der späteren Preisverleihung einen Sonderpreis und ihr Bruder auch, weil er sie wirklich liebevoll mitgenommen hat.

Auf dem Schulgelände sind bei unserer Ankunft nicht nur die Läufer, sondern noch viele andere Kinder. Emmanuel schließt bei ungefähr 800 Kindern das Tor, weil das Ganze sonst nicht mehr beherrschbar ist.

Wir fahren zum Duschen und frühstücken ins Guesthouse zurück, als wir zurückkommen, sehen wir, dass sich der ganze Ablauf etwas verzögert. Das Porridge zum Frühstück war nicht für 800 Kinder ausgelegt, sodass eine zweite Charge gekocht werden muss. Erst nachdem alle versorgt sind, kann es weitergehen.

Die Main Hall leistet wieder hervorragende Dienste, aber obwohl viele Kinder auf dem Boden sitzen, müssen einige durch die Fenster zuschauen und so dabei sein. Es gibt einen Vorlesewettbewerb, in dem die Besten der dezentralen Vorauswahl die Gesamtsieger ermitteln. Weiter geht es mit Wettbewerben für selbstgemachte Gedichte, für Sänger, für Geschichtenerzähler und für Gruppen, die Tänze aufführen.

Ein Highlight ist der Wettbewerb für die Bastler. Es gibt einige aus Draht gebastelte Spielzeugautos, die nicht nur geschoben, sondern auch gelenkt werden können. Eine ganz andere Liga ist ein junger Mann, der zwei Hubschrauber gebastelt hat, die blinkende Lichter und drehende Rotoren haben und im Kreis fahren. Einer ist ein Geschenk für den gerade gewählten Abgeordneten Makhmot, damit er hin und her fliegen kann. Nett ist auch ein gebastelter Fahrradfahrer, der beim Schieben die Pedale tritt, den ich ihm abkaufe, weil er so toll gemacht ist. Mal sehen, wie ich ihn zurück nach Deutschland bekomme.

Am Schluss werden noch viele Preise verliehen, die alle Markus mitgebracht hat. Er hat mit einer großzügigen Spende diesen Tag möglich gemacht, da es ihm ein Herzensanliegen war, möglichst viele Kinder wenigstens für diesen Tag glücklich zu machen. In Kombination mit Heikes Sammlung von Kinderbüchern, damit die Kinder zum Lesen animiert werden, waren das, wie Emmanuel betont, die beiden Ausgangspunkte für diesen tollen Tag.

Um drei Uhr gibt es für alle Mittagessen. Das hört sich harmlos an, aber 800 Kinder zu verköstigen, ist eine große Herausforderung. Ein ganzes Rind ist die Grundlage für riesige Mengen Eintopf, die notwendig sind, um für jeden einzelnen in der Warteschlange, die sich über das ganze Gelände quer über den Sportplatz zieht, etwas zu haben.

Parallel sind Heike, Elisabeth und Sigrid zusammen mit Francis in die Medical Station von Adilang gefahren, um die Sachen abzugeben, die wir mitgebracht haben, Blutdruckmessgeräte, Orthesen, Verbandsmaterial und einiges mehr. Wir haben mit unserem Projekt keine formale Beziehung zur Medizinstation, aber zum einen ist es gut, die Verbindung der beiden großen Unterstützungsaktionen zu stärken, zum anderen bekommen wir von unseren Spendern immer wieder Sachen, die hier einfach am besten aufgehoben sind.

Emmanuel, Francis, Robert und ich ziehen uns dann auf den Platz vor das Dongo Paco-Büro zurück, um über die finanzielle Planung für 2026 zu sprechen. Leider ist Emmanuel von einer Erkältung geschwächt und sicher auch durch alles, was in diesen Tagen auf ihn einstürmt, am Ende seiner Kräfte. Im Gegensatz zu uns kann er sich nicht ausschließlich auf unsere Themen konzentrieren, sondern es gibt gleichzeitig immer wieder Themen aus seiner Firma, die sein Eingreifen erfordern, und auch im weiteren Kreis der Familie gibt es kritische Themen zu lösen. Wir versuchen deshalb, die Besprechung kurz zu halten, auch wenn er betont, dass wir auf ihn keine Rücksicht nehmen müssen.

Die Programmpunkte der Woche sind noch nicht vollständig abgearbeitet, aber wir müssen einsehen, dass mehr nun nicht mehr geht. Wir alle haben getan, was in den verfügbaren Tagen möglich war und damit müssen wir uns jetzt auch zufrieden geben.

Wir packen schon mal für morgen und setzen uns dann in einem erweiterten Kreis zum Abendessen in den Innenhof des Guesthouses. Charles, der Schulleiter, Pius und Florence und auch Francis, Vivian und Rebecca sind dabei. Es wird ein sehr schöner Abschiedsabend, wir bekommen Dongo-Paco-Poloshirts überreicht und am Schluss sind alle ausgelassen am Tanzen, weil wir uns freuen können und auch ein bisschen stolz sein dürfen, was wir gemeinsam voranbringen konnten. Bis ein Uhr feiern wir, aber dann geht’s ins Bett, da wir morgen früh rausmüssen.

2 Gedanken zu „Children’s Day“

  1. Was für ein schöner Abschluss! Es war eine überaus produktive Woche. Danke für Euren Einsatz !

    Übrigens auch ein guter Eindruck der „fast“ fertigen Main-Hall, sie wirklich beeindruckende Ausmaße und ist zweifellos ein Gewinn für den Schulkomplex.

    Kommt gut heim !

    Gruß
    Traudl aus dem tiefen Schnee von Deutschland

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