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Graduation Day

Erste positive Nachricht am Morgen ist, dass wir wieder Wasser zum Duschen haben. Gestern war zunächst der Strom ausgefallen und dann gab es kein Wasser mehr – man merkt schnell, was alles zu den elementaren Bedürfnissen zählt.

Markus und ich fahren ziemlich früh zur Berufsschule, nicht weil wir vermuten, dass es pünktlich los geht, sondern in der Hoffnung, dass wir dort besseres Internet haben. Phasenweise geht es auch ganz gut.

Ansonsten ist es so, wie wir es kennen. Um neun Uhr, dem offiziellen Beginn, wird noch fleißig aufgebaut und geschmückt. Von den erwarteten Gästen ist noch kaum jemand auf dem Schulgelände.

Um zehn Uhr kommen dann die Priester: Father Jino, der örtliche Priester, Monsignore Matthew Odong von der Diözese Gulu und Father Felix aus Lira. Beide kennen wir aus den vergangenen Jahren schon sehr gut. Um viertel nach zehn beginnt langsam der Gottesdienst und die Main Hall füllt sich langsam. Wir hören im Laufe des Tages, dass einige der Maurer, die heute ihr Zeugnis für die zweijährige Ausbildung bekommen, die letzten Tage voll mitgearbeitet haben, damit die Main Hall fertig wird. Wir sind froh, weil es hier drin kühler ist als draußen.

Nach dem Gottesdienst werden die neuen Gebäude gesegnet: Zunächst das Agriculture Lab und die überdachte Fläche für die Maurer und dann die neugebauten Stallungen. Da unsere große Gönnerin Traudl aus Würzburg beide Vorhaben sehr gefördert hat, spricht ihr der Monsignore großen Dank aus und schließt sie ins Gebet ein. Weil ihr Name für ugandische Zungen schwer auszusprechen ist, wird sie kurzerhand zur „Trudi“. Wir dürfen  bei der Eröffnung jeweils feierlich das Band durchschneiden.

Nach einer Rede des Schulleiters Charles geht es mit der Verleihung der Zeugnisse weiter, wobei Nelson sich als großer Entertainer erweist. Heike darf Zeugnisse an die Schneiderinnen vergeben, …

Robert und ich kommen bei den Maurern zum Zug.

Dann gibt es weitere Reden, zum Glück aber nur von Personen, die eine echten Bezug zu unserer Berufsschule haben. Der Bürgermeister spricht und auch der Monsignore. Er freut sich, dass es schon die vierte Graduierung ist und verspricht im nächsten Jahr zum fünfjährigen Jubiläum einen Bullen zu stiften und im Hof zu grillen. Emmanuel stellt unser Team kurz vor und hebt dabei besonders hervor, das ein großer Teil unseres Hauses für die Zwischenlagerung von Sachspenden, die Heike sammelt, belegt ist. Ich darf auch ein paar Worte sprechen.

Zum Abschluss gibt es auch noch Geschenke für die Studenten, die eine zweijährige Ausbildung absolviert haben. Die Geschenke – Werkzeug für die Maurer und die angehenden Landwirte – hat Markus gesponsert, weil er vor zwei Jahren hier war, um die Stipendiaten auf den Weg zu bringen und ihnen damals versprochen hat, bei ihrem Abschluss wiederzukommen.

Am Ende ist es drei Uhr, bis es Mittagessen gibt. Wir dürfen mit den anderen Ehrengästen in dem Raum neben der Küche Platz nehmen und werden dort mit köstlichem Essen versorgt. 

Im Laufe des weiteren Nachmittags erfreuen wir uns dann noch an der Tanzeinlage eines kleinen Mädchens, sozusagen als Vorgruppe, …

… an einer professionellen Tanzgruppe …

… und einem Tanzwettbewerb für Frauen, der für große Heiterkeit sorgt.

Am Schluss tanzen wir selbst auch noch, was die Menschen aus Adilang sehr amüsiert.

Gegen sechs Uhr sind wir froh, ins Guesthouse zurückzukommen. Es war ein sehr schöner, aber langer Tag.

Abends sind alle ziemlich müde von dem Tag, aber auch von der ganzen Woche. Die letzten gehen um halb zwölf ins Bett, um morgen den letzten Tag mit frischen Kräften angehen zu können.

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